Konfi-Camp am Dümmer See 8.-14.8. – II

Eine ukrainische Musikerin, die ich vom Blockhaus Ahlhorn bis nach Oldenburg anlässlich ihres Konzerts am Unabhängigkeitstag am 24.8. mitnehme, fragt mich, was wir denn so alles auf so einem KonfiCamp machen würden. In kreativem Englisch erzähle ich von Workshops wie z.B. Selbstverteidigung (und was beim letzten Blogbeitrag schon so alles genannt wurde), vom ZDF-Abend (Zeige Deine Fähigkeiten) mit Spontanpolonaise und anschließender Disco, Kreativ-Wiese mit Lagerfeuer und dem sonntäglichen Gottesdienst zum Finale. Und von den Themenvormittagen. Dass die Konfis unter der Fragestellung „Wer bin ich?“ ihre Lebenswelten gebaut und sich gegenseitig Zertifikate ausgestellt haben („H. ist richtig gut im Trecker fahren…“, „L. spielt sehr gut Tischtennis…“). Und dass wir die ganze Welt (1, 80 m Durchmesser sind ja auch ganz schön viel) mit „Was bewegt uns?“ in den Blick genommen haben und coole Fotostorys zum Barmherzigen Samariter – klassisch und modern – entstanden sind.

Und ich erzähle, wie viele besondere Herausforderungen die individuellen Lebenssituationen der Teilnehmer:innen mit sich gebracht haben. Wie gut es war, 20 Teamer:innen („Volunteers“) mit an Bord zu haben, die sich um das Wohlbefinden der Konfis gekümmert haben. Um morgendlich sanften Wecksoundtrack, eine angemessene Ernährung (die Küchencrew vom Dümmer war echt spitze!), viel viel Wassertrinken, Sonnenschutz, Wunden und Sorgen mit Trostplaster behandeln, Corona-Verdachtswarnung und Entwarnung, Motivationsschübe, Heimweh-Prophylaxe, Zimmer-Aufräum-Aktionen, Wasserschlachten, Wunschkonzerten, Kleingruppen-Talk-Runden, Perlen des Tages, Nachtruhe….

Als wir so darüber redeten, spiegelte mir die Musikerin zurück, wie großartig es sei, was wir alles erlebt hätten. Und mir wurde mir klar, was für ein Privileg es ist, miteinander auf KonfiCamp zu fahren. Ach ja, „Das Privileg“ – ein täglich gewünschtes Lied zum Abendausklang von Samuel Harfst, das wir zuletzt eigentlich ausgemustert hatten, aber dann doch wieder ins Logbuch aufgenommen haben. Eine gute Entscheidung.

KonfiCamp am Dümmer See 8.-14.8. – I

Mama, Familie, Freunde, Tiere, Verstand, Bauchgefühl, Gott…
Das diesjährige KonfiCamp mit den Gemeinden aus dem Wangerland, Vier Kirchen Ovelgönne, einer Delmenhorst Gruppe, aus Jever und Cleverns-Sandel findet bei hochsommerlichem Wetter im Jugend- und Freizeitzentrum am Dümmer See statt.

60 Konfis und 20 Teamer:innen verbringen eine abwechslungsreiche Woche miteinander. Am Jesus-Tag wird im Schnelldurchlauf das Leben des wohl bekanntesten Influencers der Weltgeschichte theaterpädagogisch – Danke für die Unterstützung an Birte Kühnhold! – und filmtechnisch erarbeitet und auf die Bühne gebracht. Unter der Fragestellung „Wem vertraue ich?“ führt das Gleichnis Jesu vom Vater und seinen beiden Söhnen hin zu Vertrauensstationen. Wer traut sich z.B. aufs Wasser und lässt sich eine Runde über den See rudern? (wenn es schon mit dem drüber laufen heutzutage nicht so gut klappt). Jakobs Traum von der Himmelsleiter, Elias flüsterleise Begegnung am Berg Horeb und Jesu Fürsorge für über 5000 Menschen bringen uns auf die Spur der Frage „Wo bist du, Gott?“.

Workshops im Tanzen, Portrait-Zeichnen, Jugger, Bogenschießen, Jonglieren, Batiken, Speckstein-Schleifen und der Musik-Workshop mit Popkantorin Karola Schmelz-Höpfner bringen tolle Kunstwerke und Talente zutage und machen Spaß. Mindestens ebenso natürlich die Wasserschlacht im Dümmer See und im coolen Freibad fast um die Ecke. In der Freestyle-Phase ist Zeit zum einfach mal so rudern, Basketball, Volleyball und Fußball, leckere Shakes und Eis genießen. Ach ja, uns ein paar Verwegene joggen schon mal um 7 Uhr den Weg am See entlang oder machen alternativ einen erholsamen Morgenspaziergang.

Die Abende gehören der gemeinsamen fröhlich-verrückten Action im großen Forum und auf dem weitläufigen Gelände des Freizeitheims. Wie auf einem anderen Planeten kommen wir uns am Welcome-Abend vor. Das Chaosspiel läuft fast nach Plan ab verlangt den läuferischen Fähigkeiten der Gruppen alles ab. Und bei Cluedo wird erst am Ende klar, dass der Koch der Mörder von Frau Schmidt gewesen ist.

Mal sehen, was noch so alles bis Sonntag passiert… – to be continued…

Das kommt auch nicht alle Tage vor, dass ich ein Sachbuch mit auf eine kleine Wanderung an der Hunte mitnehme. Und ich hab es sogar durchgelesen. Das lag sicher auch daran, dass es keine allzu umfangreiche Lektüre gewesen ist. Aber gehaltvoll und anregend. Weil ich noch auf der Suche war nach den „richtigen“ Geschichten. Solchen, mit denen sich die wichtigsten Informationen über Jesus vermitteln lassen könnten. Sein Biografie, sein Charakter, seine Kernbotschaften, die „schönsten“ Gleichnisse, Wunder, Zitat.

Ich finde, Fabian Vogt ist es gelungen, unterhaltsam und informativ zugleich einen Überblick für all die zu schaffen, die sich fragen: Wer war dieser Jesus? Nicht immer gelingt es uns theologisch geschulten Menschen, auf diese Frage allgemeinverständlich zu antworten. Fabian Vogt kriegt es hin.

Nun bin ich also gut vorbereitet für den Jesus-Tag, den wir im auf unserem KonfiCamp im August erstmals im Programm haben. Wir wollen mit den Jugendlichen entscheidende Geschichten und Botschaften aus dem Leben Jesu im „Schnelldurchlauf“ kennenlernen und auf die Bühne bringen. Damit alle ein wenig durchblicken, wie der Weg Jesu von der Geburt bis zum Tod – und darüber hinaus – gewesen ist. Wenn es geklappt hat, wage ich es, unsere Auswahl mal hier zum Besten zu geben.

Fabian Vogt, Jesus für Eilige. Seine wichtigsten Ideen kurz & knackig, edition chrismon, Leipzig 2022, 12 €

Ach ja: Immer noch nicht können Steuererklärungen auf einem Bierdeckel gemacht werden. Vielleicht aber auf den Punkt gebracht der Kern dessen, was Jesus gelehrt und gelebt hat:

godnews.de

Gemeinsam geht´s besser!

Heute morgen sprach ich mit einer Diakonin. Sie sagte: Was wäre, wenn wir einfach mal alles auf „Null“ stellen und die Konfizeit frei von allen Traditionen und Zwängen neu aufstellen könnten?! Ein verführerischer Gedanke! Vielleicht würden manche die Konfizeit aus guten Gründen genauso weitermachen, wie sie es schon tun. Andere wären vielleicht irritiert ob der gebotenen Chance. Und Du?
Die Diakonin spricht aus, was viele gerade bewegt. Es ändert sich so viel und wir müssen uns etwas beeilen, um den Herausforderungen gerecht zu werden. Irgendwann bist Du abgehängt und wunderst Dich, wie das nur passieren konnte.

Die wenigsten werden natürlich einfach so ganz neu starten. Wie es gelingt, unter den vorhandenen Rahmenbedingungen viel Bewegung in die Konfizeit zu bringen, davon konnten sich über 70 Teilnehmer:innen der bundesweiten Online-Fortbildung „Gemeinsam geht´s besser! Wege gelungener Kooperation in der Konfi-Arbeit“ überzeugen, die federführend von drei religionspädagogischen Instituten durchgeführt wurde.

Schon die erste Gesprächsrunde mit Dr. Emilia Handke von Kirche im Dialog der Nordkirche und Jonas Görlich, Pfarrer in Lohmen in Mecklenburg-Vorpommern, machte klar, worauf es ankommt: sich mit denen auf den Weg machen, die Lust auf Veränderung haben; Netzwerkpartner:innen in allen gesellschaftlichen Gruppen suchen; dort, wo die Menschen in ihren alltäglichen Bezügen unterwegs sind, die eigene Meinung und kirchliche Angebote konkurrenzarm einbringen.

In zwei Workshop-Runden wurden anschließend Projekte vorgestellt, die es nur gibt, weil Menschen zusammen mit vielen anderen etwas auf die Beine gestellt haben.
Aus dem Oldenburger Bereich stellte Christoph Martsch-Grunau, seines Zeichens Elektropastor in Delmenhorst, das erfolgreich gestartete Konzept der Konfizeit Plus in Delmenhorst und Varrel-Stuhr vor. Zehn Gemeinden, die für alle ihre Konfis vier attraktive Konfizeit-Modelle anbieten: Vom großen KonfiCamp in Österreich bis zur „Wundertüte“ Pilgerzeit. Wer mehr wissen will, fragt am besten Christoph und die anderen Delmenhorster Akteur:innen. Einen guten Einblick bietet die Präsentation:




Ein Workshop aus Stuttgart informierte über besondere Konfi-Freizeiten am Meer und in den Bergen, Zürich präsentierte ein großes Konfi-Reise-Spiel, Köln veranschaulichte das Konzept verschiedener Konfi-Tage für die Region. Dazu kamen Workshops zur Konzeptentwicklung im Team, zur attraktiven übergemeindlichen Zusammenarbeit und zur Zielklärung als Voraussetzung für gemeinsame Wege.

Die Oldenburger, die bei der Fortbildung mit dabei waren, haben auf jeden Fall neue Motivation und gute Anregungen mitgenommen: Auf geht´s…

Werkbuch KonfiCamps – NEU

Wenn einem zusammen mit einem Buch ein Lunch-Paket geliefert wird, heißt es zugreifen!

KonfiCamp Expert:innen des noch jungen Netzwerks KonfiCamps in Deutschland e.V. haben zusammengetragen, was gut zu wissen ist, wenn man ein KonfiCamp miteinander in hoher Qualität durchführen möchte.

Auch wenn es von der ersten Idee bis zur Umsetzung in der Regel viele Monate dauert, kommt das Buch auch für die bevorstehende Freizeitensaison genau richtig. Dieser Sommer wird viele Camps, die in den letzten zwei Jahren nur sehr eingeschränkt durchführbar waren, wieder viel unbeschwerter machen. Auch erfahrene KonfiCampMacher:innen brauchen ständig gute Anregungen für ihre eigene Praxis – ausgelernt haben wir ja nie!

Der erste Teil KRIBBELN IM BAUCH ist ein Rundgang um das Konfi-Camp-Gelände. Es wird über die Anfänge der KonfiCamps in Finnland berichtet und die vielen Profile, die das Format inzwischen ausgebildet hat, vorgestellt. Beantwortet wird die Frage, wie es gelingen kann, das Evangelium im Zelt – und natürlich auch in festen Häusern – in Szene zu setzen und was das alles mit Kirche und Bildung zu tun hat.

Der zweite Teil DAS HERZ GEHT AUF führt dann direkt aufs KonfiCamp-Gelände rauf. Es widmet sich der Tagesstruktur eines KonfiCamps. Von den religionspädagogischen Experimenten des Glaubens Arbeit am Vormittag über die Ausprobierzeit am Nachmittag in Workshops und offenen Angeboten bis hin zu abendlicher Action, Bühne und Abenteuer und der besinnlichen Nachtkirche.

ZUHAUSE SEIN – jetzt nehmen wir auf einer Bank im Konfi-Camp-Gelände Platz und staunen, was hier so alles passiert, wenn man etwas genauer hinschaut. Teil 3 des Werkbuchs denkt über Gotteserfahrungen nach, über die Sprache der Musik und schwärmt von den Teamer*innen als Motor und Seele der Camps. Es geht um Seelsorge und Inklusion, Krisenmanagement, Digitale Teilhabe, Nachhaltigkeit und Gender Diversity. Damit die Qualität hoch bleibt, werden Tools zur Evaluation vorgestellt und gefragt, welches Potenzial KonfiCamps für die Kirche der Zukunft haben. Und wer darüber nachdenkt, wie überschaubar denn so ein KonfiCamp sein sollte, freut sich über das letzte Kapitel Groß, größer, am größten.

Ach ja, das Lunch-Paket. Immer, wenn an einem leckeren Sandwich entlang gelesen wird, lohnt sich der Klick ins Downloadmaterial mit einer Menge an hilfreichen Listen, Bildern und Dateien, die für die Vorbereitung und Durchführung eines KonfiCamps nützlich sind.

Carsten Haeske, Irmela Redhead, Steffen Weusten (Hrsg.): Das Evangelium ins Zelt setzen. Werkbuch KonfiCamps, Mit Downloadmaterial, Gütersloh 2022, 240 Seiten, 24 €