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Wie wunderbar ist es, wieder mit vielen Menschen auf ein KonfiCamp zu fahren?
Die Antwort auf diese Frage können alle geben, die in diesen Wochen die Gelegenheit dazu hatten.
Auch wir aus den Kirchengemeinden Vier-Kirchen Ovelgönne, Stadtkirche und St. Stephanus Delmenhorst und Cleverns-Sandel. Fast 60 Konfis und Teamer:innen genießen seit gestern für sechs Tage (18.-24.8.) auf dem Dünenhof in Cuxhaven dieses Privileg. Die Gemeinden aus dem Wangerland und aus Jever, mit denen wir auf jeden Fall im nächsten Jahr coronaentspannt wieder ein großes Camp gemeinsam durchführen wollen, sind derweil im Schullandheim in Bissel unterwegs.
Bei frühherbstlichem Wetter genießen wir die Natur rund um die Düne. Die notwendige Maskenpflicht hält sich für uns als Kohorte in Grenzen, so dass wir gut in Kontakt miteinander kommen und den Campalltag mit all seinen Möglichkeiten gestalten können.
Nach unserem Ahoi!-Auftaktabend am Mittwoch ging es heute Vormittag um die Frage „Wer bin ich?“ Die Konfis gestalteten ihre Lebenswelten und stellten sich gegenseitig wertvolle Zertifikate über ihre persönlichen Eigenschaften, Gedanken und Erfahrungen aus.
Nachmittags starten die Workshops Juggern, Moelkky, Paartanz und Strandgut-Suche. Und am Abend gibt es das traditionelle Chaos-Spiel mit anschließendem Lagerfeuer inklusive Stockbrot.

Hier ein paar Impressionen:


Mitten in all den Wirren um die doch nicht so ganz runtergefahrenen Osterruhetage (Hätten wir uns vor ein paar Jahren noch gefreut, wenn die Konsumer- und Reisewelle vor und über Ostern mal ausgefallen wäre und die Menschen Zeit und Muße für diese hohe kirchliche Festzeit gefunden hätten?) und dem Stornieren des Familien-Inselurlaubs und den minimalen Besuchskontakten über die Ostertage ist es ein besonderes Erlebnis, einen Ausflug zu machen.
Richtung Sommer. Dem landeskirchlichen KonfiCamp entgegen. Ok, eben nicht mit 150 Menschen. Zu viele auf einen Haufen in Corona-Zeiten. Und leider, leider nicht nach Ahlhorn, so wie bei den ersten zwei Campjahren zuvor. Aber mit zwei Gruppen mit jeweils ca. 40 Personen ins Schullandheim Bissel.

Und mit einer Gruppe mit 65 Menschen auf den Dünenhof in Cuxhaven. Den Leiter der Freizeitstätte kennenlernen. Und den Küchenchef. Der Speiseplan sieht gut aus. Das Gelände besichtigen, die Weite und den offenen Himmel genießen. Die Hütten unter die Lupe nehmen und die Kapazitäten überschlagen. Super, wir kriegen alle unter. Hier im Kaminraum könnten sich doch die Teamer*innen treffen. Und das Forum mit der Bühne – ideal fürs Plenum. Und Material können wir auch noch lagern.

Den Kilometer bis zum Strand schaffen die Konfis locker. Und selbst zum Klettergarten ist es nicht weit. Und so eine Wattwanderung sollten wir auch anbieten. Zaghafte Zusatzfrage: Kann ich auch mein kleines Pferd mitbringen? Was, willst Du das wirklcih machen? Also prinzipiell wäre das möglich. Na wer sagt´s denn! Und hier an der Feuerstelle könnten wir doch unsere Abendandachten feiern? Das ist eine tolle Idee. Herrlich, so nach vorne hin zu planen. Mitte August müsste es doch gehen. Was meint Ihr? Mit Tests und so.

Wir und natürlich auch Herr Jahnke, der Leiter der Freizeitstätte, hoffen es sehr. Aber wissen tun wir es alle noch nicht. Aber wir wünschen es uns. Für die Konfis, die sich auf Gemeinschaft im Sommer freuen. Und auch für uns. Für unser Team. Wär schon schön.

Morgen fahren wir übrigens wieder los. Diesmal Richtung Süden. An den Dümmer. Die Freizeitstätte direkt am See angucken. Wir brauchen viel Platz. Denn nächstes Jahr wollen wir wieder alle zusammen fahren. 160 Plätze sind gebucht. Das wird eine tolle Zeit!

„Eine Welt der echten Wertschätzung, des respektvollen Austauschs.“
Diese Welt kommt in der medialen Öffentlichkeit kaum vor, sagt der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Und genau um diese besondere Erfahrung geht es uns, wenn wir (nicht nur, aber natürlich auch) für Konfis und Teamer*innen mit der Konfizeit Räume und Zeiten gestalten, in denen sie sich mit Fragen über „Gott und die Welt“ beschäftigen. Das ist eine unserer Herausforderungen in diesen Corona-Lockerungs-Zeiten.

Angesichts der Möglichkeit, sich in Niedersachsen und in einigen anderen Bundesländern wieder physisch auf dem Kirchengelände zu treffen, suchen wir in aller Ruhe oder auch etwas aufgeregt den richtigen Mix zwischen neu gewonnen digitalen Arbeitsformen und einer hygienisch aufwändigen und zugleich entspannten, fröhlichen physischen Konfizeit. Haben wir die AHA-Regeln im Griff (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken), entwickeln wir Formen und Wege, die nach der langen Zeit der Kontaktarmut eine vertrauensvolle Gemeinschaftserfahrung schaffen. Wie sagte es ein Kollege vorhin: Und wenn die Konfis auch nur einfach die Gelegenheit nutzen wollen, sich untereinander auszutauschen. Das ist gegenwärtig auch schon ein kostbarer Moment.

Also probieren wir aus, was geht, Spaß und Sinn macht, in Bewegung bringt und spirituell berührt. Das muss alles nicht perfekt sein, sondern darf mutig und mit Selbstvertrauen in Szene gesetzt werden. Wir haben eine ganze Menge drauf! Und auf jeden Fall lohnt es sich, andere zu fragen, was ihnen dazu einfällt. Meine Erfahrung: Das lohnt sich und bringt raus aus dem einsamen Nachdenken.

Ein frisch in seine neue Wohnung eingezogener junger Mann hat sich ziemlich am Anfang seiner neu gewonnenen Selbständigkeit ein Schild mit der Aufschrift „Heimathafen“ an die Wand gehängt: Hier bin ich ab jetzt zuhause, hier gehe ich regelmäßig vor Anker und ruhe mich aus. Und damit er alleine, aber nicht einsam ist, trifft es sich gut, dass die Familie des jungen Mannes nicht so weit entfernt wohnt. Die „häusliche Gemeinschaft“ bzw. Familie bekommt in diesen Zeiten hohe Bedeutung zugemessen. Es ist zu hoffen, dass diese schutzverordnete Nähe neben kritischen Potenzialen auch viele positive Erfahrungen und seelische Wärme mit sich bringt.

Viele gute Ideen, damit Kirche zum fußläufig erreichbaren oder auch digitalen Heimathafen (in Wilhelmshaven sagt man „Havenkirche“) wird, finden sich zunehmend auch hier.

Um noch mehr gute Ideen wird herzlich geworben! Wir können davon eigentlich ja nie genug kriegen.

Aus gegebenem Anlass diskutieren auch wir hier – nicht panisch, aber vorsorglich – über einen verantwortungsvollen Umgang mit dem aktuellen Corona – Virus.
Ja, die Sorge wird – auch gefühlt – größer. Unsere Nachbarn bevorraten sich für Quarantänezeiten, die Kinder waschen sich vorbildlich die Hände etc….
Weil in unseren kirchlichen Bezügen größere Festtage anstehen, auf Elternabenden zur Konfirmation in diesen Wochen eine proaktive und gute Aufklärung sinnvoll und überhaupt Gemeinschaft „unser“ Thema ist, hier ein Link, der zur Umsicht hilft:

https://www.evangelisch.de/inhalte/166484/27-02-2020/so-schuetzt-man-sich-vor-dem-coronavirus-beim-abendmahl-und-gemeinden