Mit dem Vikarskurs in Loccum

Es ist eine schöne Herausforderung, sich in einer Gruppe von Theolog:innen über gemeinsame Ziele in der Konfizeit zu verständigen. Ich war beeindruckt von den Objektskulpturen, die die 20 Vikarinnen und Vikare im Rahmen ihrer ersten Woche Religionspädagogik präsentierten. Das Titelbild und die Galerie geben eine kleinen Einblick.

Vom 23.-27. Januar habe ich die Gelegenheit, mit 20 Teilnehmer:innen aus dem Vikarskurs 18 das Themenfeld „Konfi-Arbeit“ zu erkunden. Gemeinsam mit Christina Harder, Dozentin für die religionspädagogischen Ausbildung der Vikar:innen in Loccum, und Christine Poppe, Konfi-Referentin aus Bremen.

Es ist klar, dass in einer Woche nur ein ausgewählter Themenstrauß in den Blick genommen werden kann. Die zukünftigen Pfarrerinnen und Pfarrer stehen am Anfang ihrer Ausbildung und haben noch viel Zeit und Gelegenheit, die Arbeit mit Konfis kennenzulernen und Schritte in der Erprobung eigener Konfi-Stunden zu gehen. Mit hoher Motivation, kritischen Fragen und konzentrierter Neugier beschäftigen wir uns mit Fragen und Themen wie: Wer sind meine Konfis?, Was ist meine Rolle und Aufgabe?, erprobte Praxisbausteine wie „Ökocity“ und „Nicht nichts“, meine Glaubensbiographie und mein religiöser „Stil“, Theologie der Konfi-Arbeit, das didaktische Prinzip der Elementarisierung, Erarbeitung einer konkreten Konfi-Stunde, Gottesdienst, Inklusion, Feedback-Tool i-konf, Modelle der Konfi-Arbeit, religionspädagogisches Gesamtkonzept, Regionalisierung, Konfi- und Jugendarbeit, Auswendig-Lernen, Teamer:innen, Spiele und Methoden.

Mir macht es Spaß und ich lerne viel!

Langzeitfortbildung Konfizeit

Drei Tage auf der Insel. Weite Horizonte. Irgendwie raus aus dem Alltag der Gemeinde. Und doch mit dem Thema mittendrin. Mit 16 Teilnehmer:innen aus vier Landeskirchen startete die Langzeitfortbildung Konfi-Kompass vom 19.-21. September im Haus Meedland auf der Nordseeinsel Langeoog. Die Reformierte, die Bremische und die Oldenburgische Kirche haben sich das ausgedacht. Ziel ist es, Engagierten in der Konfizeit ins Gespräch über Konzepte, Themen und Inhalte eines wichtigen kirchlichen Bildungsangebotes zu bringen. Eine Lerngemeinschaft aus Ehrenamtlichen, Diakon:innen und Pastor:innen. Bis zum Sommer 2023 gibt es weitere fünf Studientage und ergänzende Online-Formate, die dem kontinuierlichen Erwerb von Kompetenzen und dem kollegialen Austausch dienen.

Die Tage auf Langeoog starteten mit Willkommen auf Konfi-Island. In kleinen Gruppen wurden am Strand Konfi-Landschaften als kreative Standortbestimmung in Szene gesetzt. „Mehr als Du denkst!“ als Motto einer Fotoserie konnte anschließend ebenso präsentiert werden wie spannende und konfifreundliche Video-Filme oder ein mit Strandgutbodenbild garniertes Bodenbild.

Der Abend gehörte der Erprobung eines Bausteins aus dem aktuellen KU-Praxis-Heft 67 Hoffnung… von guten Mächten (Vorstellung demnächst an dieser Stelle), der Fachzeitschrift für die Konfi-Arbeit. Mit dem Titel #Ökocity – Komm, bau ein Haus! verbindet sich die spielerische Erarbeitung von Biographien von Menschen, deren Ideen die Welt zum Guten verändert haben. Zukunftsweisende Hashtags wie #wirkreuzenauf oder #highwaysforfuture bringen Licht ins Dunkel.

Am Weltkindertag wurden unter der Leitfrage „Wie können Jugendliche an die religiöse Dimension ihres Lebens herangeführt werden?“ die mannigfaltigen (Was, so viele gibt es?!) religionspädagogischen Ansätze der letzten Jahrzehnte miteinander in Diskussionen verwickelt. Am Nachmittag wurden die Ansätze für die eigene Arbeit im Hinblick auf eine zukunftsfähige Konfi-Arbeit fruchtbar gemacht. Dann folgte ein Überblick über die Vielfalt von Methoden für eine abwechslungsreiche Arbeit mit Jugendlichen. Demnächst auf einem der Studientage wird sich hierzu dann das Methoden-Karussell drehen.
Und abends, weil es so praxisnah gut tut, wieder ein Baustein, dieses Mal aus KU-Praxis 64 Leben und Tod zum Thema Nicht nichts oder Was suchst du den Lebenden bei den Toten? Das subjektive Erleben von Jugendlichen ist der Ausgangspunkt, um über Gefühle und Gedanken jenseits der Ausweglosigkeit nachzudenken. Die Hoffnung, dass am Ende „nicht nichts“ bleibt, findet in Bildern, Skulpturen und Inszenierungen einen persönlichen Ausdruck.

Der Mittwochvormittag gehörte der Planung der Studientage. Die Gruppe einigte sich auf Themen, die auf jeden Fall vorkommen sollten. Konzeptionsentwicklung zum Beispiel oder Singen mit Konfis oder die Frage nach Inhalten und Themen inklusive einer sinn- und lustvollen Beschäftigung mit der kirchlichen Tradition. Zum Abschluss gab es nach einer Insel-Verortung der momentanen Konfi-Arbeit-Gefühlslage – sei es beim Leuchturm, in der Eisdiele, am Strand, bei den Umkleidekabinen oder im Rettungsboot (siehe Titelbild) ein Suppen-Feedback.

Nicht unerwähnt bleiben die Andachten in der schönen Kapelle, das großartige Zwei-Personen-Spontan-Orchester, die vielen Warm-Ups und Energizer aus den Reihen der bewegungsfröhlichen Teilnehmer:innen, spätabendliche Kneipenvergnügungen und Strandspaziergänge zu allen Tages- und Nachtzeiten mit Sternenhimmelblick. Und das zunächst aprilig-wechselhafte Wetter wurde im Laufe der Zeit immer himmelblau-wärmer.
Nicht zuletzt bot uns unsere Insel-Herberge einen tollen Rahmen, eine gute Versorgung und großräumige Zimmer – vielen Dank!

Nach 100.000 Stunden Übersetzungszeit ist die BasisBibel nun vollständig auf dem Markt. 31.170 Verse, die aneinandergereiht eine Länge von 8 km haben. Zum Glück gibt es sie in handlichen Formaten. Die KOMPAKTE liest sich wie ein ROMAN. Gut und fortlaufend lesbar kann man die biblischen Texte wie ein spannendes und abwechslungsreiches Buch lesen. Die KOMFORTABLE liest sich wie ein GEDICHT und ist dafür etwas dicker. Aber dafür ist jede Sinneinheit in einer Zeile zu finden. Das erleichtert das Bibellesen sehr.
Ich finde, die Anschaffung lohnt sich. Für mich selbst und natürlich auch für viele Menschen, mit denen wir an biblischen Texten und Themen arbeiten wollen. Und weil das heute selbstverständlich ist, gibt es die BasisBibel natürlich auch digital. Als eigene App in den Stores oder aber – ebenso kostenfrei – im Rahmen der KonApp. Das ist praktisch, weil so direkt mit Konfis in der App Recherchen durchgeführt werden können. So ist die Bibel also immer mit dabei, wenn man sie braucht – das ist eine zusätzliche gute Nachricht!

Hier finden sich alle Infos über Ausgaben, Preise, Beispiele zur Anwendung und Seminarangebote. Es lohnt sich, die Einstiegsangebote zu nutzen und die attraktiven Paketpreise:
https://www.die-bibel.de/bibeln/unsere-uebersetzungen/basisbibel/

„Nahezu alle Jugendlichen rechnen damit, künftig mit Corona oder anderen Viren leben und sich an neue Hygienestandards gewöhnen zu müssen.“

Auch die Zukunft nach Corona haben die Forscher des Sinus-Institutes in ihrer aktuellen qualitativen Studie erfragt. Das war zwar schon im Mai diesen Jahres, aber es spiegelt schon „damals“ eine realistische Einschätzung der Lebenssituation morgen und übermorgen wider.

Es lohnt sich, sich das alle vier Jahre erscheinende Werk genauer unter die Lupe zu nehmen. Es finden sich wie gewohnt ausführliche Beschreibungen der Lebenswelten Jugendlicher im Alter von 14-17 Jahren. Traditionell-Bürgerliche, Expeditive und alle anderen werden mit Originalzitaten, Jugendzimmerfotos, Illustrationen aus Hausarbeitsheften, Werteuniversen, Piktogrammen und Grafiken sehr anschaulich vor Augen geführt.
Nein, ich finde, hier werden keine Klischees festgeschrieben und in Schubladen gedacht, sondern sehr differenzierte Erkenntnisse vermittelt und ein aktueller Überblick über die vielfältigen Ansichten junger Menschen ermöglicht.

Spezielle Kapitel beschäftigen sich mit dem Alltags(er)leben, der Berufswahl (hier wird z.B. auch gefragt, was Jugendliche über Kirche als potenzielle Arbeitgeberin denken), dem Wohlbefinden und der Partizipation in der Schule, der Gesundheit, dem Sport und – in dieser Studie besonders ausführlich – der Politik.

Am Ende vieler detaillierter Einsichten zieht die Studie das Fazit:

  1. Viele Jugendliche sind heute ernst und problembewusst.
  2. Sicherheit, Halt und Geborgenheit sind für die meisten wichtiger als Aus- und Umbrüche. Soziale Werte und Vorbilder gewinnen an Bedeutung.
  3. Die negativen Folgen der Individualisierung treten stärker ins Bewusstsein.
  4. Die Jugend fühlt sich zu wenig gehört und nicht ernst genommen.

Allein über diese vier Sätze könnte es sich lohnen, zu diskutieren und eigene Wahrnehmungen auszutauschen.

Das 623 Seiten starke Buch
Marc Calmbach u.a., Wie ticken Jugendliche? 2020. Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren in Deutschland, Bonn 2020
ist gerade vergriffen, wird aber gerade wieder aufgelegt und ist über die Bundeszentrale für politische Bildung für 4,50 € zu beziehen; das digitale Exemplar steht dort kostenfrei zum Download bereit.

Eine dreiteilige Online-Fortbildung unter dem Titel „Zoom, KonApp, Instagram und Co.“ fand in den letzten Wochen großen Anklang. Mit gemeinsamen Kräften aus dem bundesweiten Netzwerk der Konfi-Arbeit beteiligten sich bis zu 120 Personen aus allen Regionen der EKD – natürlich auch aus der oldenburgischen Kirche – an dem neu entwickelten Format.

Neben Impulsvorträgen zu einer Vielzahl digitaler Tools gab es Praxisworkshops, Übungsphasen und Austauschrunden. Die Teilnehmer*innen bildeten das ganze Spektrum vom erfahrenen Online-Profi bis zum interessierten Erstnutzer. Und alle konnten für ihre Arbeit vor Ort etwas mitnehmen. Denn im dritten Teil ging es darum, wie die vielen digitalen Möglichkeiten mit einer guten analogen Praxis klug verknüpft werden können.

Ein besonderer Mehrwert besteht darin, dass zu den Tools bzw. Plattformen Zoom, KonApp, Mentimeter, ONCOO, Padlet, Instagram und Actionbound Tutorials und Beispiel entwickelt wurden, die sich alle Interessierten auf der Materialseite des RPZ Heilsbronn anschauen und nutzen können.

Anfang Februar 2021 gibt es für die Teilnehmerinnen noch einmal eine kleine Auffrischung. Darüber hinaus planen die Konfidozent*innen der Landeskirchen weitere solcher digitalen Fortbildungsformate. Wir werden alle KAJAK-Leser*innen darüber auf dem Laufenden halten….