Eine dreiteilige Online-Fortbildung unter dem Titel „Zoom, KonApp, Instagram und Co.“ fand in den letzten Wochen großen Anklang. Mit gemeinsamen Kräften aus dem bundesweiten Netzwerk der Konfi-Arbeit beteiligten sich bis zu 120 Personen aus allen Regionen der EKD – natürlich auch aus der oldenburgischen Kirche – an dem neu entwickelten Format.

Neben Impulsvorträgen zu einer Vielzahl digitaler Tools gab es Praxisworkshops, Übungsphasen und Austauschrunden. Die Teilnehmer*innen bildeten das ganze Spektrum vom erfahrenen Online-Profi bis zum interessierten Erstnutzer. Und alle konnten für ihre Arbeit vor Ort etwas mitnehmen. Denn im dritten Teil ging es darum, wie die vielen digitalen Möglichkeiten mit einer guten analogen Praxis klug verknüpft werden können.

Ein besonderer Mehrwert besteht darin, dass zu den Tools bzw. Plattformen Zoom, KonApp, Mentimeter, ONCOO, Padlet, Instagram und Actionbound Tutorials und Beispiel entwickelt wurden, die sich alle Interessierten auf der Materialseite des RPZ Heilsbronn anschauen und nutzen können.

Anfang Februar 2021 gibt es für die Teilnehmerinnen noch einmal eine kleine Auffrischung. Darüber hinaus planen die Konfidozent*innen der Landeskirchen weitere solcher digitalen Fortbildungsformate. Wir werden alle KAJAK-Leser*innen darüber auf dem Laufenden halten….

Ein Hochseilartist balanciert hoch über dem Marktplatz der Stadt. Die Zuschauer unten halten den Atem an. Puh, er hat es geschafft. Zum soundsovielten Mal. Das sieht so locker aus. So souverän. Erleichterter Applaus. Der Artist nimmt eine Schubkarre aus der Halterung. Er schiebt sie vor sich her über das dünne Drahtseil. Kein Problem. Nun packt er einen schweren Sack hinein. „Meint ihr da unten, dass ich das auch mit einer vollen Ladung in der Schubkarre schaffe?“, ruft der Seiltänzer nach unten. „Aber klar“, antwortet ein Junge lauthals aus der Menge, die Hände in den Hosentaschen. „Na wunderbar, dann komm hoch und ich fahr dich über das Seil!“ Stille. Der Junge überlegt. Und schüttelt dann den Kopf.

Diese Kurzgeschichte kommt mir in den Sinn, wenn ich an die Jahreslosung für „Zwanzigzwanzig“ aus Markus 9, 24 denke. Und entdecke tatsächlich unter den vielen schönen Bildmotiven für Plakate und Karten eine Zeichnung von Joy Katzmarik, die genau auf diese Erzählung anspielt. Allerdings hat es hier tatsächlich ein Kind gewagt, in der Schubkarre hoch oben auf dem Seil Platz zu nehmen. Übermütig? Unvernünftig? Ist Gottvertrauen ein Risiko? Und nur was für Kinder?
Gibt es überhaupt nur die Alternative, den Glauben zu wagen oder es eben sein zu lassen? Engagiert oder indifferent (KMU-Sprech) zu sein?
Oder trifft die Jahreslosung mitten ins Herz jener inzwischen hochprozentigen Gruppe, die, konfessionell oft ungebunden, auf ihrer ganz eigenen kreativen spirituellen Suche ist („ungebundene spirituelle Nomaden“ – Stefan Gärtner) mit der Sehnsucht nach etwas Größerem, Höherem, Göttlichem?

Ich finde, die Jahreslosung ist ein guter Anknüpfungspunkt für zeitgemäße Fragestellungen. Und die biblische Erzählung in Markus 9, 14-29 bietet genügend Stoff für ernsthaftes gemeinsame Nachdenken. Schließlich geht es hier nicht um eine nette philosophische Gesprächsrunde, sondern um eine existentielle Not eines jungen Menschen, die verzweifelte Zerrissenheit der Eltern und um den Glauben an die heilsame Kraft Jesu und des Gebets.

Es lohnt sich also mehrfach, die Jahreslosung im erzählerischen Zusammenhang in der Konfi-Zeit zum Thema zu machen.
Anregungen dazu gibt es in Fülle.
Mir hat gut gefallen und auf die Spur geholfen:
Martina Walter, Martin Werth (Hg.), Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Die Jahreslosung 2020. Ein Arbeitsbuch mit Auslegungen und Impulsen für die Praxis, Neukirchen 2019, 12,99 €.

Viele weitere Ideen und Medienimpulse hat mein fleißiger Kollege Thomas Ebinger zusammengestellt – der Ebiblog lohnt sich immer: https://thomas-ebinger.de/2020/01/gedanken-und-ideen-zur-jahreslosung-2020/

Ich wünsche allen ein gesegnetes neues Jahr mit fröhlich-mutigem Gottvertrauen!

(Beitragsbild von Manfred Richter auf Pixabay)

Wie antworten wir ganz offiziell auf diese Frage? Und wie ganz persönlich?

Vielleicht lohnt es sich, zu Beginn einer neuen Konfi-Saison darüber nachzudenken. Immer mehr Familien und Jugendliche im Konfi-Alter fragen nach guten Gründen für die Feier der Konfirmation und die Teilnahme an der ausführlichen Vorbereitungszeit davor. Und wir selbst müssen uns ja auch vergewissern, dass unser Einsatz für die Konfi-Zeit sich „lohnt“.

Professor Dr. Bernd Schröder, Religionspädagoge an der Uni Göttingen, stellt sich am Montag, 2. September im forum Kirche in Bremen dieser Frage und versucht, gemeinsam mit dem Auditorium überzeugende Antworten zu finden. Die Bremer laden auch uns Oldenburger herzlich ein. Hier geht´s zur Ausschreibung.

Weil Konfi-Zeit so schön sein kann, ein paar Impressionen vom KonfiSommerCamp im Blockhaus Ahlhorn inklusive des einmaligen und lebendigen Konfi-Fischs…

                                          

Der Begriff „Sexuelle Vielfalt“ steht für die Vielfalt der Lebensformen, sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten.

Sich selber als lesbisch, schwul, bi-, trans- oder intersexuell bzw. als queer (LSBTIQ*) zu akzeptieren und der Familie oder dem Familien- und Freundeskreis davon zu erzählen, fällt vielen jungen Menschen nicht leicht.

Die kürzlich veröffentlichte Studie des Landesjugendrings Niedersachsen zeigt, dass junge Menschen im Konfirmandenalter häufig in einer geschlechtlich binär strukturierten, heteronormativen Gesellschaft aufwachsen.

Die eigene nonkonforme sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identifizierung zu akzeptieren, stellt für die Jugendlichen gerade auch in der Konfirmandenzeit eine enorme Herausforderung dar. Statistiken belegen, dass in einer Gruppe von 20 Jugendlichen sich im Schnitt 2 als queer bezeichnen würden. Es wäre daher ein fataler Fehler zu glauben, Konfirmandenzeit und sexuelle Vielfalt gehören nicht zusammen.

Ein Ziel in der Konfirmandenzeit sollte sein, einen Ort für junge Lesben, Schwule, Bi-, Transsexuelle zu schaffen, an dem es keine blöden Sprüche, Fragen und Beleidigungen gibt.

Bisher gibt es im kirchlichen Raum kaum queere Jugendtreffs. Gerade kirchlich aktive Jugendliche fühlen sich in sogenannten Coming-Out-Gruppen von freien Trägern manchmal wegen ihrer Kirchenaffinität als Außenseiter. Dieser Verunsicherung in einer sowieso schwierigen Lebensphase müssen wir als Kirche begegnen.

Die Evangelische Jugend Oldenburg möchte durch eigene Angebote queere Jugendliche unterstützen und dazu beitragen, die gesellschaftliche Akzeptanz sexueller Vielfalt zu verbessern. Unter www.ejo.de/queer gibt es weitere Informationen, sowie die aktuelle Studie des Landesjugendrings.

 

Autorin: Farina Hubl, Bildungsreferentin im Landesjugendpfarramt
Foto: Lucas Scheel

In jeder Legislaturperiode legt die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) der Synode der EKD einen Bericht über die Lage junger Menschen und über die Situation der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit vor.

Der diesjährige Bericht steht unter dem Titel #immerandersweiter. Er legt den Fokus auf eine Auswahl von wichtigen Lebensbereichen junger Menschen im Alter von 6 bis 18 Jahren: Familie, Freundschaft, Schule und zivilgesellschaftliche Organisationen.

Am 27. November 2018 wird Mike Corsa, Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej), um 19.00 Uhr in der Kranbergstraße 7 in Oldenburg den aktuellen Bericht vorstellen und erläutern.

Weitere Informationen und ein Anmeldeformular gibt es hier.

Foto: ejo/Lucas Scheel